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Einordnung der Zeitungen

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Einordnung der Zeitungen

Der Gründer der Zeitung al-Mustaqbal, was sich mit „Zukunft“ übersetzen lässt, Rafīq al- Harīrī, war ein vermögender Unternehmer und Politiker Libanons, der zeitweise das Amt des Ministerpräsidenten bekleidete. Nachdem er sich schon in den 1980er Jahren bemüht hatte, seine politische Macht durch die Medien Libanons zu untermauern, gründete er 1995 die Zeitung al-Mustaqbal und unterhielt zudem den Fernsehsender Future TV (Nötzold 2005b: 68-69). Die Zeitung, deren Sitz in Beirut ist, vertritt eine pro-westliche und anti-syrische Einstellung und gehört der 14. März-Koalition an, die 2005 gegründet wurde und der Rafīq al-Harīrīs Sohn Saʿad al-Harīrī vorsteht. Ihre Anhänger beziehen sich dabei auf die Unabhängigkeit Libanons von Syrien 2005 (ebd.: 77). Nach dem Tod Rafīq al-Harīrīs übernahm sein Sohn Saʿad al-Harīrī die Leitung der Zeitung. Während dieser Anteile an saudischen Unternehmen innehatte, vergrößerten sich die Zeitung al-Mustaqbal und sein politischer Einfluss stetig (ebd.: 76-78). 

Den Antagonisten zu der Bewegung des 14. März stellt der Zusammenschluss der anti-westlichen und pro-syrischen Parteien Libanons dar, die sich auf den 8. März 2005 berufen, an dem es in Beirut zu einer pro-syrischen Demonstration gekommen war. Zu diesem Bündnis gehört auch der Fernsehsender al-Manār – „der Leuchtturm“, der auch eine Zeitung publiziert. Der Fernsehsender wurde 1991 mit Sitz in Beirut gegründet, vergrößerte sich in den 1990er Jahren stetig und gehört heute zu den größten und am meisten konsumierten Fernsehsendern Libanons. Finanziert wird der Sender unter anderem von der Hizbollah, die die Spenden der iranischen Regierung erhält (Jorisch 2004: 32). Die libanesische Regierung verwehrte dem Sender zunächst die Lizenz zu senden und vergab sie endgültig erst 1997 (ebd.: 24-25). Al-Manār steht der schiitischen Hizbollah nahe (Nötzold 2015a: 219). Von seinen Gegnern wird der Sender kritisiert, eine anti-amerikanische und anti-israelische Einstellung zu vertreten, sowie als Sprachrohr der Propaganda der Hizbollah zu fungieren (Jorisch 2004: 21, 25-27).

 

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