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Filiz Sieben


„Bir çocuk kadar bilmiyorlar ki ölümü!”- „Im Gegensatz zu einem Kind wissen sie nichts über den Tod!“

Habertürk, Türkei, 28.09.2015

Analyse einer Kolumne zur Flüchtlingsproblematik in der Türkei im Zuge der Syrienkrise

von Filiz Sieben

  

Vorgeschlagene Zitierweise:
Sieben, Filiz, „'Im Gegensatz zu einem Kind wissen sie nichts über den Tod!' Analyse einer Kolumne zur Flüchtlingsproblematik in der Türkei im Zuge der Syrienkrise.“ Projekt: Der Krieg in Syrien aus arabischer und türkischer Perspektive. Albert-Ludwigs-Universität Freiburg - Orientalisches Seminar (SoSe 2016). http://www.orient.uni-freiburg.de/syrienprojekt/sieben/index.

 

Einführung

Blickt man auf die Bedeutung und Funktion von Massenmedien, kann grundsätzlich festgestellt werden, dass sie die vorherrschende Stimmung in der Bevölkerung zum Ausdruck bringen und gleichzeitig als Sprachrohr der politischen Parteien dienen. Dem Journalisten wird dabei die Aufgabe eines Vermittlers zugeschrieben (Burkart 2002: 393 f.). Umur Talu, im Jahr 1957 in Istanbul geboren, ist ein solcher Journalist. Nachdem er an der Boğaziçi Üniversitesi Betriebswirtschaft studierte, wuchs sein Interesse für den Journalismus, sodass er recht zeitnah für die Tageszeitungen Günaydın (Ekonomi Servisi), Güneş und Cumhuriyet arbeitete und anschließend bei der Milliyet im Jahr 1992 Chefradakteur wurde (Kim Kimdir: Umur Talu).[1] Der Artikel „Bir çocuk kadar bilmiyorlar ki ölümü!” (Talu 2015), der Gegenstand der vorliegenden Arbeit, ist ein Beitrag seiner regelmäßigen Kolumne für die Onlineausgabe der Tageszeitung Habertürk und wurde am 28. September 2015 veröffentlicht. Habertürk zählt derzeit in der türkischen Presselandschaft zu den Tageszeitungen mit den fünf größten Auflagen und ist darüber hinaus eine der meist gelesenen Onlinezeitungen in der Türkei.[2] Der Beitrag „Bir çocuk kadar bilmiyorlar ki ölümü!”, der im Folgenden analysiert wird, handelt auf den ersten Blick von der Flüchtlingskrise in der Türkei, die durch den Syrienkonflikt ausgelöst wurde. Dabei werden zunächst vor allem der Tod der fliehenden Kinder und die ausweglose Situation der Flüchtenden thematisiert. Umur Talu weist darüber hinaus sehr kritisch auf politische und gesellschaftliche Ereignisse hin. Anhand verschiedener literarischer Stilmittel, Wortspiele und Allegorien nimmt er auf die verschiedenen Vorfälle in der Türkei und speziell in der Hafenstadt Bodrum[3] Bezug. Ausgehend von dem schockierenden Fund des toten Jungen Aylan Kurdi[4] am Strand von Bodrum am 2. September 2015, konzipiert er sehr ausdrucksstark eine kritische Perspektive auf die Geisteshaltung der türkischen Gesellschaft und der internationalen Politiker und Führungsspitzen.

 

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[1] Für einen ausführlichen Lebenslauf und umfassenden Überblick seiner Tätigkeit als Journalist vgl. Adaklı 2006: 147 f.

[2] Vgl. hierfür: Medyatava.com.

[3] Bodrum ist eine Stadt an der ägäischen Küste und für viele Touristen ein beliebter Urlaubsort. Bodrum gilt als das Saint-Tropez der Türkei, da sich in den Sommermonaten neben den vielen Touristen auch internationale Prominente in dem kleinen, aber sehr gehobenen Yachthafen einfinden. Vgl. Tapper 2015.

[4] Das Foto, welches von dem am Ufer liegenden Jungen gemacht wurd, verbreitete sich weltweit in den Medien und wurde zum Symbol der Flüchtlingskrise.



 

 

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